Das dem Falschen diametral entgegengesetzte Wahre [haqq] ist die einzige Wahrheit. Denn Allah, der Erhabene, sagt: {Was gibt es denn jenseits der Wahrheit außer Irrtum?}. Andere Glaubenssysteme als die wahre Religion sind – auch wenn sie sich Religion nennen – verfälscht oder entartet; die in Allahs Sicht einzig richtige und gültige Religion ist in der Tat die wahre Religion. Die wahre Religion ist die göttliche Religion und ihre Hauptquelle ist das Göttliche Buch.
Liebe Leser!
Religion ist nicht eine Art Unterhaltung oder ein angenehmer Zeitvertreib, wie die leidenschaftliche Begeisterung für bestimmte sportliche Ereignisse. Religion ist eine unabdingbare Notwendigkeit, und die Zukunft des Menschen hängt von ihr ab. Deshalb wollen wir nun die Projektoren unseres Verstandes auf das Göttliche Buch richten und die Merkmale oder Eigenschaften betrachten, die ein solches göttliches Buch besitzen muß!
Die Merkmale eines göttlichen Buches
- Das Göttliche Buch sollte in keiner Weise im Widerspruch zu dem im Titel erwähnten Wort ‘göttlich’ stehen, indem es gänzlich Gottes Buch ist und nicht ein einziges Wort enthält, das von einem anderen Wesen als Ihm stammt.
- Das Göttliche Buch sollte im Original in der Sprache vorliegen, in der es ursprünglich dem verkündenden Propheten offenbart wurde, und dieses Original sollte die Hauptquelle der Religion sein.
- Das Göttliche Buch sollte in seiner ursprünglichen Form bewahrt sein, d.h. in der Weise, wie Allah selbst die von Ihm offenbarten Worte angeordnet hat. Denn manchmal verkehrt die Veränderung eines Wortes, eines Buchstabens oder nur eines Kommas die Bedeutung eines Satzes in sein Gegenteil. So zum Beispiel in den beiden folgenden Sätzen:
Arbeite und sei nicht faul, wie dein Vater!
Arbeite, und sei nicht faul wie dein Vater!
Das Göttliche Buch und die Propheten
Die Propheten sind von Allah autorisierte spirituelle Führer, denen das größte Verständnis des Göttlichen Buches, entsprechend der Ausrichtung des göttlichen Willens, sowie die Fähigkeiten, es am vollkommensten umzusetzen und zu erklären, verliehen wurden.
Die Aussagen der Propheten, die sie im Rahmen ihres Prophetentums – neben der Verkündung des Göttlichen Buches – gemacht haben, werden Hadithe genannt.
Im Allgemeinen sind die Hadithe Erklärungen des Göttlichen Buches, die jedoch von der Ausdrucksweise und vom Satzbau her nicht von Allah, sondern von den Propheten stammen, weswegen nicht ein einziges Wort dieser Aussprüche mit dem Göttlichen Buch vermischt werden darf.
Nachdem wir die wichtigsten Merkmale göttlicher Bücher kurz dargelegt haben, wollen wir uns nun den Quellen der beiden heutzutage wichtigsten und einander am häufigsten im so genannten ‘Dialog’ gegenüberstehenden Religionen oder Zivilisationen, d.h. Islam und Christentum, nämlich dem Qur’an und der Bibel, zuwenden und betrachten, wie diese bis in unsere Zeit überliefert wurden und in wie weit sie den oben erwähnten Eigenschaften eines göttlichen Buches genügen.
Ein wichtiger Hinweis
Da ich, der Verfasser dieses Buches, Muslim bin, könnten meine verehrten Leser vorschnell schließen, daß ich – was ja durchaus verständlich wäre – den Qur’an loben und die Bibel kritisieren werde. Deshalb möchte ich vorab an dieser Stelle an zwei wichtige Glaubensprinzipien des Islam erinnern:
1. Wir glauben an alle Propheten, ohne dabei hinsichtlich ihres Prophetentums irgendeinen Unterschied zwischen ihnen zu machen; und wir glauben ebenso an alle ihnen offenbarten göttlichen Bücher.
2. Während manche fanatischen Christen den ehrwürdigen Propheten Muhammad – Segen und Friede seien auf ihm – und den Qur’an beleidigen, erwähnen wir Jesus [‘Isa], den ehrwürdigen Sohn der Maria [Maryam] – auf ihnen beiden sei der Friede Gottes –, stets mit Segenswünschen und respektieren das ihm offenbarte Evangelium [injil] in gleicher Weise wie den Qur’an.
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