DIE WAHRE RELIGION UND DAS GÖTTLICHE BUCH
DIE WAHRE RELIGION UND DAS GÖTTLICHE BUCH
 

Das dem Falschen diametral entgegengesetzte Wahre [haqq] ist die einzige Wahrheit. Denn Allah, der Erha­be­ne, sagt: {Was gibt es denn jenseits der Wahrheit außer Irrtum?}. Andere Glaubenssysteme als die wahre Reli­gi­on sind – auch wenn sie sich Religion nennen – verfälscht oder entartet; die in Allahs Sicht einzig richtige und gülti­ge Religion ist in der Tat die wahre Religion. Die wahre Religion ist die göttliche Religion und ihre Hauptquelle ist das Göttliche Buch.

Liebe Leser!
Religion ist nicht eine Art Unterhaltung oder ein angeneh­mer Zeitvertreib, wie die leidenschaftliche Begeisterung für bestimmte sportliche Ereignisse. Religion ist eine un­ab­dingbare Notwendigkeit, und die Zukunft des Menschen hängt von ihr ab. Deshalb wollen wir nun die Projektoren unseres Verstandes auf das Göttliche Buch richten und die Merkmale oder Eigenschaften betrachten, die ein solches göttli­ches Buch besitzen muß!

Die Merkmale eines göttlichen Buches

  1. Das Göttliche Buch sollte in keiner Weise im Widerspruch zu dem im Titel erwähnten Wort ‘göttlich’ stehen, indem es gänzlich Gottes Buch ist und nicht ein einziges Wort enthält, das von einem anderen Wesen als Ihm stammt.

 

  1. Das Göttliche Buch sollte im Original in der Spra­che vorliegen, in der es ursprünglich dem ver­kün­den­den Propheten offenbart wurde, und dieses Original sollte die Hauptquelle der Religion sein.

 

  1. Das Göttliche Buch sollte in seiner ursprünglichen Form bewahrt sein, d.h. in der Weise, wie Allah selbst die von Ihm offenbarten Worte angeordnet hat. Denn manchmal verkehrt die Veränderung eines Wortes, eines Buchstabens oder nur eines Kommas die Bedeutung eines Satzes in sein Ge­genteil. So zum Beispiel in den beiden folgenden Sätzen:

Arbeite und sei nicht faul, wie dein Vater!
Arbeite, und sei nicht faul wie dein Vater!

Das Göttliche Buch und die Propheten
Die Propheten sind von Allah autorisierte spirituelle Füh­rer, denen das größte Verständnis des Göttlichen Buches, entsprechend der Ausrichtung des göttlichen Willens, so­wie die Fähigkeiten, es am vollkommensten umzusetzen und zu erklären, verliehen wurden.
Die Aussagen der Propheten, die sie im Rahmen ihres Prophetentums – neben der Verkündung des Göttlichen Buches – gemacht haben, werden Hadithe genannt.
Im Allgemeinen sind die Hadithe Erklärungen des Göttlichen Buches, die jedoch von der Ausdrucksweise und vom Satzbau her nicht von Allah, sondern von den Propheten stammen, weswegen nicht ein einziges Wort dieser Aussprüche mit dem Göttlichen Buch vermischt werden darf.
Nachdem wir die wichtigsten Merkmale göttlicher Bücher kurz dargelegt haben, wollen wir uns nun den Quellen der beiden heutzutage wichtigsten und einander am häufigsten im so genannten ‘Dialog’ gegenüber­stehen­den Religionen oder Zivilisationen, d.h. Islam und Chris­tentum, nämlich dem Qur’an und der Bibel, zuwenden und betrachten, wie diese bis in unsere Zeit überliefert wurden und in wie weit sie den oben erwähnten Eigenschaften eines göttlichen Buches genügen.

Ein wichtiger Hinweis
Da ich, der Verfasser dieses Buches, Muslim bin, könnten meine verehrten Leser vorschnell schließen, daß ich – was ja durchaus  verständlich wäre – den Qur’an loben und die Bibel kritisieren werde. Deshalb möchte ich vorab an die­ser Stelle an zwei wichtige Glaubensprinzipien des Islam erinnern:
1. Wir glauben an alle Propheten, ohne dabei hinsicht­lich ihres Prophetentums irgendeinen Unterschied zwi­schen ihnen zu machen; und wir glauben ebenso an alle ihnen offenbarten göttlichen Bücher.

2. Während manche fanatischen Christen den ehrwür­digen Propheten Muhammad – Segen und Friede seien auf ihm – und den Qur’an beleidigen, erwähnen wir Jesus [‘Isa], den ehrwürdigen Sohn der Maria [Maryam] – auf ihnen beiden sei der Friede Gottes –, stets mit Segens­wün­schen und respektieren das ihm offenbarte Evangelium [injil] in gleicher Weise wie den Qur’an.

Qur’an, 10:32