DIE WAHRE RELIGION UND DAS GÖTTLICHE BUCH
IST DER ISLAM EINE RELIGION DES SCHWERTES – ODER GILT DIES FÜR DAS CHRISTENTUM?
 

Nein! Weder Islam noch Christentum sind Religionen des Schwertes. Denn es gibt keinen Zwang in der Religion. Wenn der Glaube jedoch auf Irrwege gerät und Geschäfte­machern in die Hände fällt, die ihn als Werkzeug der Aus­beutung und Unterdrückung nutzen, verwandelt sie sich in eine Religion des Schwertes.
Daß Allah, der Erhabene, den Propheten Muhammad – Segen und Friede seien auf ihm – damit betraut hat, Sein letzter Gesandter zu sein, ist der deutlichste Beleg dafür, daß der Islam keine Religion des Schwertes ist.
Bereits vor seiner Geburt hatte der Prophet Muham­mad seinen Vater verloren. Als er sechs Jahre alt war, verstarb seine Mutter, als er acht war, sein Großvater, so daß er schließlich als Waise unter der Obhut seines Onkels und sei­ner Tante aufwuchs.
Er war eine ruhige, stille, höfliche und äußerst sanfte Persönlichkeit. Als er auf dem Berge Jabal al-Nur erfuhr, daß ihm das Prophetentum zuteil geworden war, freute ihn dies nicht – im Gegenteil: Ihn schauderte und er begann heftig zu zittern. Doch ob er Prophet sein wollte, spielte nicht wirklich eine Rolle! Es war ihm bestimmt, der letzte, für die gesamte Menschheit gesandte Prophet zu sein, seine Mission in Mekka zu beginnen und dabei mit Nichts anzufangen.
Er begann seine Verkündigung bei seiner geliebten Ehefrau Khadija, die zur ersten ‘Mutter der Gläubigen’ werden sollte – möge Allah mit ihr zufrieden sein. Dann nahmen Abu Bakr, ‘Ali, Zayd, ‘Uthman, ‘Abd al-Rahman, Talha, Sa‘d und Zubayr den Glauben an, so daß die erste Gemeinde aus einer Frau und acht Männern bestand.
In den schwersten Tagen des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – machten sie, die als Erste den Glau­ben angenommen hatten und Muslime geworden waren, den Kern des Kreises seiner Gefährten aus. Möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein!
Anfangs verkündete der Prophet seine Botschaft im Geheimen. Als er dann den göttlichen Befehl zur öffent­lichen Verkündigung bekam, begann er offen zu predigen, woraufhin es in Mekka zu Tumulten kam.
Die Mächtigen der Stadt griffen ihn heftig an, um ihre eigene, mit den Götzen und dem Götzendienst verbunde­ne, Machtstellung und Herrschaft zu sichern. Sie began­nen ihn zu verunglimpfen und diejenigen, die neu zum Islam gekommen waren, zu quälen. Doch der Baum des Islam, den der Prophet – Segen und Friede seien auf ihm – gepflanzt hatte, schlug Wurzeln, wuchs heran und begann schon bald Früchte zu tragen.
Obwohl die Herrscher Mekkas ihren Druck verstärk­ten, wuchs die Zahl der Muslime ständig und der Islam breitete sich auch unter den Stämmen außerhalb Mekkas aus. Sechs der Bewohner Medinas trafen sich in ‘Aqaba mit dem Propheten und wurden Muslime, worauf der Is­lam sich auch in Medina verbreitete. Schon bald hatte der überwiegende Teil der dortigen Bevölkerung den Islam angenommen und sie luden den Propheten ein, sich bei ih­nen niederzulassen. Muhammad – Allah segne ihn und schen­ke ihm Frieden – nahm die Einladung an, und mit der Auswanderung der Muslime von Mekka nach Medina begann eine neue Epoche.
In diesem neuen Zeitalter wandelte sich die Gemeinde der Muslime zu einem Staatswesen – dem ersten islami­schen Staat.

Dreizehn Jahre nachdem der ehrwürdige Prophet in Mek­ka mit Khadija bei Null angefangen hatte, begann nun, nachdem er sich in Medina niedergelassen und einen isla­mischen Staat begründet hatte, eine neue Ära.
Während all der Jahre hatte der Prophet niemals ein Schwert in die Hand genommen – nicht einmal eine Na­del; und all jene, die zum Islam gekommen waren, hatten diesen Schritt aus freien Stücken unternommen.
Eine Unabhängigkeitserklärung oder die Gründung eines Staates zu verkünden ist nicht allzu schwer. Viel wichtiger und zugleich ungleich schwieriger ist es, diesen einmal gegründeten Staat am Leben und seine Unabhän­gigkeit aufrecht zu erhalten. Das Überleben dieses in einer kleinen Ortschaft auf der arabischen Halbinsel neu ge­grün­deten islamischen Staates zu sichern und seine Unab­hängigkeit zu bewahren, war in der Tat mit erheblichen Schwie­rig­keiten verbunden.
Der islamische Staat war auf der einen Seite von den, dem Islam feindlich gesinnten, jüdischen Stämmen der Banu Nadir, der Banu Qurazya und der Banu Qaynuqa umgeben, auf der anderen Seite war er umzingelt von feind­seligen heidnischen arabischen Stämmen unter Füh­rung der Götzenanbeter von Mekka.
Schon bald begannen die benachbarten Stämme der Gegend, in der Umgebung von Medina Über­fälle zu ver­üben; sie raub­ten Vieh und entführten sogar Menschen, um sie an­schließend als Sklaven zu verkaufen.
Um das Überleben des neu gegründeten islamischen Staates zu sichern und seine Unabhängigkeit zu wahren, wurde es notwendig, zuerst in und um Medina, dann auf der gesamten arabischen Halbinsel, für Frieden und Sicherheit zu sorgen.

 

Allah der Erhabene sagt:

{Es gibt keinen Zwang in der Religion!}

Ja, in der Religion gibt es keinen Zwang! Man kann Men­schen nicht mit dem Schwert, das heißt, durch Druck, Drohungen oder Zwang zum Islam bringen. Wenn es je­doch darum geht, die Sicherheit und Unversehrtheit von Leib und Leben zu verteidigen und die eigene Souveräni­tät zu wahren, ist es zulässig, Krieg zu führen; in die­sem Fall wird es sogar zur obersten Priorität eines jeden Staates.
Nachdem es den mekkanischen Götzenanbetern in den beiden Schlachten von Badr und Uhud nicht gelang, die Muslime zu besiegen, kamen die Juden und die Göt­zen­anbeter im fünften Jahr nach der Hijra überein und stellten eine gemeinsame Armee von 10.000 Mann unter Führung von Abu Sufyan auf, um gegen Medina zu zie­hen. Ihr Ziel war, den Propheten Muhammad – Allah seg­ne ihn und schenke ihm Frieden – und alle Mus­lime zu töten, so daß kein Muslim mehr auf der Welt übrig bliebe.
Die Muslime gruben an den ungeschützten Seiten der Stadt einen Graben und hinderten zusätzlich mit einer de­fen­siven Verteidigungsstrategie durch Einsatz von Pfeilen und Steinschleudern die Angreifer daran, diesen Gra­ben zu überqueren.
Es war Winter und das Wetter war bitterkalt. Außer­dem neigten sich die Vorräte der Muslime dem Ende zu. Doch je länger sich die Auseinandersetzungen hinzogen, desto enttäuschter wurden die Götzenanbeter. Sie versuch­ten ein ums andere Mal vergeblich, den Graben zu über­queren und verschossen Tausende von Pfeilen, ohne ihrem Ziel auch nur im Geringsten näher zu kommen. Zur Zeit des Nachmittagsgebets an jenem Tage, der der letzte die­ses Krieges werden sollte, kam der Erzengel Jibril zum Propheten – der Frie­de Allahs sei auf ihnen beiden – und informierte die Muslime, daß sich die Götzenanbeter bald – entmutigt von einem gewaltigen Sturm – geschlagen geben und ab­zie­hen würden und daß dies ihr letzter Angriff auf Medina ge­wesen sei.
Am Abend kam tatsächlich, mit fürchterlichem Ge­töse, ein immer heftiger werdender Sandsturm über die auf der anderen Seite des Grabens kampierenden Mekkaner. Der Sturm ließ ihre Zelte davonfliegen, warf ihre Koch­töpfe um und löschte die Feuer, auf denen sie ihr Fleisch brieten, während sich ihre Pferde und Kamele, rasend vor Schmerz durch die Sandkörner in ihren Augen und Nüs­tern, losrissen und auf ihre Halter losgingen. Auch den Götzenanbetern brannten die Augen so stark, daß sie ein­an­der nicht mehr sehen konnten.
Mit einbrechender Dunkelheit kamen die Engel den Muslimen zu Hilfe und riefen mit Stimmen, die den Fein­den lauter als jedes Donnergrollen in den Ohren klangen, vom Himmel her „Allahu akbar!“ Die Götzenanbeter wurden fast verrückt vor Angst und traten, geschlagen und besiegt, den Rückzug an.
Die Grabenschlacht war die letzte Verteidigungs­schlacht der Muslime in Medina. Danach begann eine Phase der Eroberungen. Der islamische Staat dehnte sich aus und das ihm von Allah bestimmte Zeitalter der Siege und Eroberungen brach an.
Die Niederlage eines Heeres von 10.000 Mann gegen die Muslime während der Grabenschlacht war zugleich eine wichtige Botschaft an alle anderen Feinde des Islam. Tatsächlich war dies wohl die Art von Botschaft, die die Stämme der Wüstenaraber am besten verstanden.
So fingen auch sie auf einmal an, sich für den Islam zu in­te­ressieren. Sie sandten Abordnungen nach Medina, um sich über den Islam zu informieren, und nach und nach wurden sie zu Muslimen.

Die Einnahme Mekkas
Der mit Sicherheit wichtigste Sieg zu Lebzeiten des Pro­pheten Muhammad – Allahs Segen und Friede seien auf ihm – war jedoch die Einnahme Mekkas. Denn Mekka war zum einen die Stadt der Ka’ba, zum anderen das politische Zentrum all jener Stämme, die dem Islam feindlich gesinnt waren. Die Ereignisse (im Jahr vor der Geburt des Pro­phe­ten) um den vergeblichen Versuch des jemeniti­schen Feld­herrn Abraha, mit seinem Heer mit Elefanten die Ka‘ba zu zer­stören, hatten die Bedeutung Mekkas und der Ka‘ba über­­all deutlich gemacht. Viele glaubten sogar, daß eine mus­li­mische Armee beim Versuch Mekka einzu­neh­men vom gleichen Schicksal ereilt werden würde, wie die Trup­pen Abrahas, die damals der völligen Vernichtung an­heim ge­fallen waren.
Eine Einnahme Mekkas aber bedeutete die Einnahme der gesamten arabischen Halbinsel, und die Annahme des Islam durch die Bewohner Mekkas bedeutete die Isla­mi­sierung ganz Arabiens.
Im achten Jahr nach der Hijra umzingelte der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – die Stadt Mekka mit einem Freiwilligenheer von 10.000 Mann. Be­vor sie nach Mekka aufgebrochen waren, hatte der Prophet seinen Kommandeuren eingeschärft: „Ihr sollt, solange ihr nicht angegriffen werdet, auf keinen Fall irgend jemanden angreifen, und ihr sollt euch bemühen, mit allen Mitteln Blutvergießen zu vermeiden!“
Außerdem hatte er eine Botschaft an die Bewohner Mekkas gesandt, in der er all jenen Sicherheit garantierte, die keinen Widerstand leisteten und sich entweder im heiligen Bezirk der Ka‘ba, im Hause Abu Sufyans oder in ihren eigenen Häuser aufhielten, oder ohne Waffen ange­troffen würden.
Die Götzenanbeter Mekkas erwarteten, daß Muham­mad – Segen und Friede seien auf ihm – und die Muslime Rache für die jahrelang erduldete Unterdrückung, die An­griffe und die Folter nehmen und bei einem Einmarsch die Schwerter in ihrem Blut tränken würden. Sie zitterten vor Furcht und sahen bereits ihr Ende vor Augen.
Doch als die Einnahme Mekkas mit Rufen von „Allahu akbar!“ nach kurzer Zeit unblutig beendet war, stellte sich der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – an die Türe der Ka‘ba und rief den Bewohnern Mekkas zu: „Dies ist kein Tag der Vorwürfe für das, was gewesen ist! Sorgt euch nicht, ihr seid frei und könnt gehen!“
Auf einmal traten vielen Mekkanern die Tränen in die Augen. Plötzlich bereuten sie, daß sie den Islam und den Propheten verunglimpft und bekämpft hatten und machten sich selbst Vorhaltungen. Dann kamen sie nach und nach in kleinen Gruppen herbei und nahmen den Islam an.
Der ehrwürdige Prophet machte den Götzenanbetern Mekkas, die bis dahin die erbittertesten Feinde des Islam gewesen waren, keinerlei Vorwürfe für ihre Untaten und bestrafte sie auch nicht. Stattdessen amnestierte er sie; und sie begannen, ohne zu zögern den Islam anzunehmen.
Dies ist ein weiterer Beleg für den erhabenen Charak­ter des Propheten Muhammad – auf ihm seien Allahs Se­gen und Frieden – und verdeutlicht zugleich die Essenz des Islam; und es ist ein klarer Beweis dafür, daß der Is­lam keine Reli­gion des Schwertes ist!

 

Das Mittelalter war eine Zeit, in der dunkle Wolken den Himmel bedeckten und die Erde von Aufruhr und fürch­terlichen Ausschreitungen beherrscht war. Die Menschen waren ohne Hoffnung, die Herzen voller Verzweiflung und ihre Seelen konnten keinen Frieden finden. Die Unter­drückten, Ausgebeuteten und Erniedrigten sehnten sich nach einem Retter, denn auch sie waren Menschen und be­saßen ein Anrecht  auf ein menschenwürdiges Leben.
Wann jedoch die Zeit dafür reif sein würde, unterlag einzig und allein der Bestimmung Allahs, des Erhabenen!
Die Heere des Islam kamen diesen Menschen zu Hilfe und be­freiten sie von der Unterdrückung der Tyrannen. Jene, die anfänglich für ihre tyrannischen Herrscher und ge­gen die Armeen der Muslime gekämpft hatten, weil sie diese als Be­sat­zungsmacht ansahen, waren überrascht, als sie den Islam, die Lebensweise der Muslime und deren Cha­rakter nä­her kennen lernten. Im Islam gab es keine Dis­krimi­nierung aufgrund von Abstammung, Hautfarbe oder Spra­che, kei­ne Unterschiede zwischen arm und reich, Arbeiter und Brotgeber, Sklave und Herrn. Der Adlige vom Stamme der Quraysch saß Seite an Seite mit dem Sklaven, aß zusam­men mit ihm und verrichtete neben ihm in der gleichen Reihe das Gebet.
Die Muslime beuteten die Bewohner eroberter Gebie­te nicht aus und versklavten sie nicht. Stattdessen hoben sie die von den Tyrannen erhobenen erdrückenden Steuern auf und ersetzten sie durch eine einzige, äußerst geringe, Jizya genannte, Steuer.
Gemäß dem göttlichen Befehl Allahs {Es gibt keinen Zwang in der Religion!} wurde niemand mit Zwang zum Islam bekehrt. Doch nachdem sie den Islam näher kennen gelernt und darin all das gefunden hatten, was sie lange vermißt und gesucht hatten, wurden viele Men­schen, oft ganze Bevöl­kerungsgruppen, aus eigener frei­er Entscheidung zu Mus­limen; und nicht wenige von ihnen schlossen sich als Freiwillige dem islamischen Heer an.
So wurde in kürzester Zeit aus dem Stadtstaat von Medina ein Weltreich. Das war nur möglich, weil die Menschen in großer Zahl zum Islam kamen und sich viele als Freiwillige dem muslimischen Heer anschlossen.
Hätten sich die Muslime wie eine Besatzungsmacht aufgeführt, Blutvergießen angerichtet und versucht, den Men­schen ihren Glauben aufzuzwingen oder unter­schiedslos alles, was ihnen vor die Schwerter kam, egal ob Männer oder Frauen, niedergemetzelt, wäre ihnen wohl heftiger Widerstand entgegengeschlagen und diese Hand­voll medinensischer Soldaten wäre kläglich gescheitert.

* * *

Jerusalem
Im Jahr 614 n. Chr. besetzte ein sassanidisches Heer die Stadt Jerusalem. Die Christen, ganz gleich ob Männer, Frauen oder Kinder, wurden getötet – einschließlich derer, die sich in die Kirchen geflüchtet hatten. Die Kirchen wurden zerstört und die Kathedrale auf dem Tempelberg wurde gebrandschatzt.

Im Jahr 638 n. Chr. umzingelte ein muslimisches Heer die Stadt Jerusalem. Die Stadt ergab sich ohne Widerstand dem Kalifen ‘Umar – möge Allah mit ihm zufrieden sein. Die Menschen waren in panischer Angst, denn sie ­fürch­te­ten ein erneutes Massaker wie jenes vor vierund­zwanzig Jahren.
Doch der ehrwürdige Kalif ‘Umar verkündete den Be­wohnern Jerusalems Folgendes: Es steht jedem frei, nach seiner Religion, in seinem Glauben, und mit seinem Got­tesdienst zu leben, niemand wird gezwungen, den Islam anzunehmen. Die Kirchen, ebenso wie Leib und Leben, Be­sitz und Ehre eines jeden Bewohners der Stadt sind unverletzlich und stehen unter dem Schutz des Islam.
Gleichzeitig wurden die von Byzanz erhobenen ho­hen Steuern aufgehoben und stattdessen die wesentlich geringere Jizya eingeführt.
Die Bevölkerung entwickelte innerhalb kurzer Zeit ein freundschaftliches Verhältnis zu den Angehörigen des mus­limischen Heeres und begann, den Islam anzunehmen.

Im Jahr 1099 n. Chr. wurde Jerusalem von den Kreuz­fah­rern eingenommen. Die Kreuzfahrer töteten die in die Mo­scheen geflüchteten Muslime, ebenso wie die in die in die Synagogen geflüchteten Juden, wobei sie, ohne einen Un­terschied zwischen Frauen, Männern, Kindern, Kranken oder Alten zu machen, ein Blutbad anrichteten, dem über 70.000 Menschen zum Opfer fielen. Auf den Straßen la­gen Berge von Leichen, während das Blut in Strömen durch die Straßen floß.
Die ursprünglich von Papst Urban II. 1096 im Namen des Christentums begonnenen und von seinen Nachfolgern bis 1270 fortgeführten insgesamt acht Kreuzzüge erwiesen sich als die blutigsten Kriege der Menschheitsgeschichte. Sie richteten sich nicht nur gegen die Muslime, sondern gleichfalls gegen die Juden und die orthodoxen Christen. Die Kreuzzüge führten zur Verwüstung ganzer Land­striche und dem gewaltsamen Tod von Millionen von Menschen.

 

Istanbul
Im Jahr 1453 n. Chr., am Dienstag, dem 29. Mai, be­gan­nen die osmanischen Truppen, nachdem sie das Mor­gengebet verrichtet hatten, von verschiedenen Seiten kommend, einen Generalangriff auf die Stadt Istanbul und drangen, Welle auf Welle, in die Stadt ein. Die Byzan­ti­ner, die fürchteten, den Schwertern der Angreifer zum Op­fer zu fallen, liefen in Panik hin und her, und viele flüch­teten sich schließlich mit ihren Kindern in die Hagia Sofia.
Sultan Muhammad al-Fatih bestieg gegen Mittag ein graues Roß und ritt, gemeinsam mit seinem spirituellen Meister, dem ehrwürdigen Scheikh Akschamsuddin, und den Kom­mandeuren seines Heeres durch das Topkapi genannte Stadttor nach Istanbul ein und begab sich direkt zur Hagia Sofia. Die Kirche war voll von Männern, Frau­en und Kin­dern der Byzantiner, von denen viele laut wein­ten und wehklagten. Dort angekommen, betete Sultan Mu­ham­mad al-Fatih zuerst zwei Gebetseinheiten, um Allah für seinen Sieg zu danken, dann wandte er sich der ver­zweifelten, ihn auf Knien anflehenden Menge zu und sprach: „Erhebt euch und weint nicht! Ihr seid frei, eure Religion und eu­ren Gottesdienst auszuüben, und euer Leib und Leben sind sicher und garantiert!“

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Cordoba
Im Jahr 1492 n. Chr. griffen die Christen im Verlauf ih­res Krieges zur Zerschlagung des Andalusischen Rei­ches die Stadt Cordoba an und drangen in die einstmals schönste und prächtigste Moschee der Welt ein. Die Chris­ten ritten mit ihren Pferden in die Moschee hinein und schlachteten alle Muslime, die sich darin versteckt hatten, ab. Dann warfen sie die aus den Tagen des ehrwürdigen Kalifen ‘Uthman stammende Kopie des heiligen Qur’an, die dort aufbewahrt wurde, auf den Boden und trampelten darauf herum. Die muslimische und jüdische Bevölkerung Cordobas wurde mit dem Schwert gezwungen, zum Chris­tentum zu konvertieren.

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Der irische Schriftsteller George Bernhard Shaw sagte:

„Wenn es notwendig wäre, nur eine einzige Reli­gion für diese Welt auszuwählen, dann wäre das mit Sicherheit der Islam. Der Islam ist die einzige Religion, die in der Lage ist, Antworten auf die Fragen aller Zeitalter zu geben. Ich sage voraus, daß die Religion Muhammads vom Europa von morgen akzeptiert werden wird!“

 

Liebe Leser!
Die Bibeln unserer Tage, die aus einer Mischung von Phantasien, Legenden und Augenzeugenberichten beste­hen, sind ohne jeden Zweifel das Werk und die Worte von Menschen. Da sie die Menschen des heutigen Europa nicht zufrieden stellen können und denen von morgen erst recht keine Perspektive bieten, werden die Europäer – so Gott will – den Islam kennen lernen und Muslime werden.

 

Die Grundlage jeder wahren Religion ist der Glaube an die Einheit Gottes – der Glaube daran, daß es keine Gott­heit außer Allah gibt.
Aus dieser Perspektive betrachtet, besteht kein Unter­schied zwischen denjenigen, die Allah einen Sohn bei­ge­sellen, und jenen, die Götzenstatuen anbeten!
In früheren Zeiten hielten die Menschen die Sonne und den Mond für Gottheiten. Genau so wie heute nie­mand mehr solche Geschichten glaubt, hat auch die Le­gende, der Prophet Jesus – Allahs Friede sei auf ihm – sei der ‘Sohn Gottes’ und Allah habe seinen einzigen Sohn ge­opfert, um dadurch die Menschen von ihren Sün­den zu be­freien, jegliche Glaubwürdigkeit verwirkt. Denn so, wie aus einem Löwenjungen, wenn es heran wächst, ein Löwe wird, der seinem Vater gleicht, und wie aus dem Sohn ei­nes Menschen ein Mensch wird, der seinem Vater gleicht, müßte ja auch der Prophet Jesus, wenn er der Sohn Gottes wäre, zu einem Gott werden (was vollkommen un­denkbar und unmöglich ist!), der – statt sich mit einer Handvoll Kinder Israels auf diesem unbedeutenden, winzigen Pla­ne­ten abzugeben – sein eigenes, aus Hunder­ten von Galaxien bestehendes, Universum erschaffen würde.

 

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Wir können nicht mehr tun, als all dies darzulegen – und die Rechtleitung ist von Allah!


Qur’an, 2:256

Qur’an, 2:256

Die Sassaniden waren eine persische Herrscherdynastie.

Anm. d. Übersetzers: Die hier beschriebenen Ereignisse um die Ero­be­rung Cordobas fan­den nicht im Jahre 1492, sondern bereits 1236 n. Chr. wäh­rend der Ein­nahme der Stadt durch Ferdinand III. von Kastilien statt.