In vorislamischer Zeit bestand die Bevölkerung von Mekka im Allgemeinen aus Analphabeten, die ein primitives Leben als Götzenanbeter führten. Sie aßen das Fleisch verendeter Tiere, tranken das Blut von Schlachttieren und waren vielfach dem Alkoholgenuss verfallen.
Sie kannten weder Toiletten noch Hygiene, schnitten sich nicht die Nägel und trugen aus Hochmut Gewänder, die so lang waren, daß sie über den Boden schleiften.
Sie waren so unmenschlich, daß sie ihre ungewollten Töchter bei lebendigem Leibe in vorher ausgehobenen Löchern begruben, ohne deren Wehklagen Beachtung zu schenken.
Als dem Propheten Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – auf dem Berg Jabal al-Nur die erste Offenbarung zuteil wurde, begann er zu zittern und auf seiner Stirn erschienen Schweißtropfen, die aussahen wie glitzernde Perlen.
Der für die gesamte Menschheit gesandte letzte Prophet mußte zunächst in Mekka ganz von vorne anfangen, denn zu den Bewohnern dieser Stadt war zuvor noch kein Prophet gekommen.
Er hatte sich die Aufgabe des Prophetentums nicht selbst ausgesucht, sondern es wurde ihm auferlegt, diese Berufung anzunehmen.
Er begann damit, seine geliebte Ehefrau Khadija zu lehren. Dann folgten Abu Bakr, ‘Ali, Zayd, ‘Uthman, ‘Abd al-Rahman, Talha, Sa‘d und Zubayr, bis Muhammad – der Allahs Segen und Sein Friede seien auf ihm und seinen Gefährten – eine kleine, an zwei Händen abzuzählende Gemeinde um sich geschart hatte.
Der Prophet – Segen und Friede Allahs seien auf ihm – lud die halbwilden Götzenanbeter zum Glauben an den einen Gott ein und warnte sie vor der Strafe des Höllenfeuers. Er glich dabei einem Lamm, das sich selbst größter Gefahr aussetzt, um die Wölfe vor den herannahenden Jägern zu warnen.
Er hatte keine andere Wahl, als sich mit aller Kraft zu bemühen, die Menschen zu warnen. Denn im Innern brannte sein Herz und rief in einem fort „Ya ummati! Ya ummati!“ Seine Seele wollte nicht zulassen, daß die Mitglieder seiner Gemeinde von den strafenden Engeln in die Hölle geworfen wurden.
Und selbst jene grausamen Menschen, die zuvor ihre eigenen Töchter bei lebendigem Leibe begraben hatten, wandelten sich zu beispielhaften, beinahe engelsgleichen Vorbildern edlen Charakters, nachdem sie den Geschmack wahren Glaubens kennen gelernt und die segensreiche Gegenwart des Propheten Muhammads erfahren hatten.
Sie nahmen den Islam mit Leichtigkeit an und wurden zu vorzüglichen Beispielen für all jene, die es verabscheuten, weiterhin als Götzendiener zu leben. Und der Islam begann, sich nicht nur in Mekka, sondern auch außerhalb, unter den Stämmen der Umgebung und in Medina, zu verbreiten.
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