Alle Bücher – selbst die spannendsten Novellen oder Geschichten – werden langweilig, wenn man sie immer und immer wieder liest. Dies gilt jedoch nicht für den Qur’an. Diejenigen, die den Qur’an rezitieren oder seiner Rezitation lauschen, sind nie gelangweilt. So finden es zum Beispiel Muslime, die ihre fünf täglichen Gebete verrichten, keineswegs langweilig, wenn sie dabei jeden Tag vierzig Mal die Sure al-Fatiha rezitieren. Im Gegenteil, sie finden darin geistige Zufriedenheit und inneren Frieden.
Wenn man den Qur’an nach den Regeln der arabischen Rezitation und Aussprache liest, vermehrt sich damit der göttliche Segen; man erfährt größere Zufriedenheit und noch mehr innere Befriedigung und Glück. Denn die Regeln der klassischen Qur’anrezitation [tajwid] mit Namen wie Mad, Izhar, Ikhfa, Idgham und Ghunna, sowie die verschiedenen Unterbrechungs-Zeichen, gleichen spirituellen Noten, die eine korrekte Rezitation sowie die Einhaltung der natürlichen Rhythmen und Reime des Qur’an sicherstellen.
Wenn jemand den Qur’an sorgfältig und exakt entsprechend seinen spirituellen Noten und in seinem natürlichen Rhythmus vorträgt, erfahren auch die Zuhörer Glück und inneren Frieden; und die Engel der Barmherzigkeit gesellen sich zu ihnen.
Damit die Rezitation des Qur’an wirklich Früchte trägt, sollte man so genau und korrekt rezitieren wie möglich. Dazu gehört auch, zu lernen, den Qur’an im Original zu lesen, denn viele der arabischen Buchstaben besitzen kein exaktes Äquivalent in anderen Alphabeten. Dadurch kommt es bei der Rezitation nach Lautschrift unweigerlich zu Fehlern.
Dieses letzte Göttliche Buch sollte ständig gelesen und auswendig gelernt werden, um zu verhindern, daß es verfälscht wird und seine Authentizität verliert, wie dies mit früheren Büchern geschehen ist.
Während vor der Offenbarung des Qur’an nur die Propheten die Göttlichen Bücher auswendig kannten, bewahrten Tausende der Gefährten Muhammads – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – den Qur’an in ihren Herzen. Seit jenen Tagen, bis in unsere Zeit, hat sich diese Tradition des Auswendiglernens des Qur’an fortgesetzt, so daß es auf diesem Planeten immer viele Zehntausende gab – und noch immer gibt – die den Qur’an von Anfang bis Ende auswendig kennen.
Diejenigen Muslime unserer Tage, die nicht den gesamten Qur’an auswendig können, beherrschen zumindest die Sure al-Fatiha und einige andere Suren oder Verse, die sie im Gebet rezitieren und ihren Kindern weitergeben können.
Unser geliebter Prophet – Segen und Friede seien auf ihm – sagte: „Die Vortrefflichsten unter euch sind diejenigen, die den Qur’an lernen und andere darin unterrichten!“ Und er sagte ebenfalls: „Wer einen Buchstaben des Qur’an rezitiert, wird dafür zehnfachen Lohn erhalten!“ Die Basmala besteht aus neunzehn Buchstaben. Wer also die Basmala einmal rezitiert, erhält 190 Einheiten göttlichen Lohns, wer sie zehn Mal liest, erhält 1900.
Wenn unsere Kinder beim Auswendiglernen des Qur’an Millionen von Einheiten göttlichen Lohns empfangen, indem sie die Verse und Seiten ständig wiederholen, dann mehrt dies zweifellos ihr spirituelles Glück und bringt ihren Seelen Frieden. Ihre Gesichter erstrahlen vor Licht. Im Kreise ihrer Freunde kann man sie deutlich von anderen unterscheiden und erkennt sie als heitere, ruhige und vertrauenswürdige Wesen.
Basmala: die Worte Bismillahi r-Rahmani r-Rahim, zu deutsch: “Im Namen Allahs, des Allgnädigen, des Allbarmherzigen”. Mit diesen Wor–ten beginnt der gläubige Muslim jede Rezitation des Qur’an und fast alle alltäglichen Handlungen, damit diese gottgefällig und gesegnet seien.
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