DIE WAHRE RELIGION UND DAS GÖTTLICHE BUCH
DIE MERKMALE EINES GÖTTLICHEN BUCHES UND DER QUR’AN
 

Eines der wichtigsten Merkmale eines göttlichen Buches ist seine Sprache.
Da der Qur’an im Original, also in der ursprünglichen Sprache, in der er dem Propheten offenbart wurde, vor­liegt, erfüllt er nach wie vor dieses Merkmal eines göttli­chen Buches. Andernfalls würde er dieser Bezeichnung nicht gerecht. Die Übersetzungen Göttlicher Bücher in an­dere Sprachen können nicht mehr als Göttliche Bücher im eigentlichen Sinn bezeichnet werden. So ist eine türkische Qur’anübersetzung eben nicht ‘der Qur’an’, sondern nur eine Übersetzung desselben ins Türkische. Es steht zwei­fels­frei fest, daß das letzte Göttliche Buch, der Qur’an, in der Sprache, in der er dem Propheten Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – offenbart wurde, be­wahrt worden ist – womit er, aus sprachlichen Gesichts­punkten betrachtet, heutzutage die einzige Schrift ist, die zu Recht den Namen ‘Göttliches Buch’ verdient.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal eines göttli­chen Buches ist seine Syntax.
Damit ist gemeint, daß die Worte und deren Abfolge in ihrer ursprünglichen, von Allah festgelegten Form, er­hal­ten sein sollten.
Sehen wir uns doch einmal unterschiedliche Aus­ga­ben des Qur’an an: Angefangen von der frühesten voll­stän­digen Niederschrift, die während der Zeit des Kalifen Abu Bakrs auf­gezeichnet wurde, über die Kopien des Ka­lifen ‘Uthman – von denen sich eine in der Eremitage in St. Petersburg be­findet, wäh­rend eine weitere im Topkapi-Palast in Istanbul aufbe­wahrt wird – über spätere Hand­schriften, bis hin zu den gedruckten Ausgaben aus den verschiedensten Ländern, werden wir feststellen, daß alle mit der Sure al-Fatiha beginnen, mit der Sure al-Nas en­den und daß die Syntax in allen die gleiche ist. Das heißt: sie alle folgen der von Allah, dem Erhabenen, fest­gelegten Wahl und Anordnung der Worte.
Das wichtigste Merkmal eines göttlichen Buches ist je­doch, daß es – um nicht seine Eigenschaft des ‘Gött­li­chen’ zu verlieren – nichts anderes als Gottes Wort ent­hal­ten darf! Kein Wort darin darf von irgend je­mand ande­rem außer Allah stammen. Wenn die Worte ei­nes Propheten oder irgendwelcher anderer Personen in ei­ne Schrift Ein­gang gefunden haben, handelt es sich nicht mehr um das reine Göttliche Buch; und dieses kann folg­lich nicht län­ger als grundlegende Quelle der Religion dienen.
Der letzte Prophet, Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ließ zu seinen Lebzeiten die Verse des Qur’an niederschreiben, während er – um eine Ver­fäl­schung des Göttlichen Buches zu verhindern – die Auf­zeich­­nung seiner eigenen Aussagen, welche nicht Be­stand­­teil des Qur’an sind, untersagte.
So wurde beispielsweise das Wort “Amin!”, wel­ches entsprechend der Empfehlung und dem Vorbild des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frie­den – am Ende der Sure al-Fatiha gesprochen wird, nicht in den Qur’an aufgenommen, weil es nicht das Wort Allahs sondern das Seines Propheten ist!

Das einzige Göttliche Buch, welches nicht in offenkun­digem Widerspruch zu den Merkmalen eines göttlichen Buches steht, sondern diese allesamt in sich vereint und bis heute bewahrt hat, ist der Qur’an.

Anm. d. Übersetzers: Es handelte sich hierbei nicht um ein absolutes Verbot, wie durch eine Reihe anderer Überlieferungen belegt ist. Selbst enge Vertraute des Propheten – Allah segne ihn und seine Gefährten und schenke ihm und ihnen Frieden – wie Abu Bakr fertigten für ihren Privat­gebrauch Aufzeichnungen der Aussprüche des Propheten an. Das Verbot diente vielmehr als Vorsichtsmaßnahme, um zu verhindern, daß – bei­spiels­weise durch Aufzeichnung von Aussprüchen des Propheten und Versen des Qur’an auf demselben Blatt – irgendwelche Veränderungen am Wort Gottes vorgenommen würden.