Nach Aussagen der Kirche lautet die Antwort: Ja!
Warum? Weil es so in der Bibel steht!
Wer aber hat dies in die Bibel hineingeschrieben? Ereignisse wie die Verhaftung, Befragung und Hinrichtung Jesu – auf ihm sei der Friede – stehen in keinerlei Bezug zur authentischen Offenbarung. Wenn wir davon ausgehen, daß Göttliche Bücher und göttliche Offenbarungen nur den Propheten zuteil wurden, müssen wir uns fragen, welchem falschen Propheten denn offenbart wurde, daß der gekreuzigte Jesus, als er seine Seele hingab, die Worte „Eloí, Eloí, lemá sabachtháni?“ oder „Mich dürstet!“ gesagt hätte, die dann anschließend in das Evangelium eingefügt wurden? Wenn es sich hingegen um die Aussagen von Zeugen handeln sollte, muß uns wohl die berechtigte Frage gestattet sein, ob es sich beim Neuen Testament um eine Sammlung historischer Berichte oder um ein Göttliches Buch handelt.
Wer waren die Leute, die das Evangelium derart verfälscht haben und es dann als angeblich Heilige Schrift verbreitet haben?
Das Ereignis der Kreuzigung Jesu, eines Propheten, der sein Zeitalter drastisch veränderte, wird sowohl von abendländischen Wissenschaftlern als auch von Kirchenhistorikern noch immer mit Skepsis betrachtet. Die Kirche aber machte das Kreuz, an dem der Prophet Jesus gekreuzigt worden sein soll, zum Symbol des Christentums und erklärte das Tragen desselben zu einer Form von Gottesdienst; ein Sachverhalt, der aus Sicht der heutigen westlichen Zivilisation äußerst seltsam anmuten muß.
Was also sind die Hintergründe?
Die einzig wirklich zuverlässige Quelle zur Erhellung der Hintergründe dieses Geschehens ist das letzte Göttliche Buch, der edle Qur’an. Darin sagt Allah, der Erhabene:
{Sie sagten: „Wir haben den Messias Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, getötet.“ Sie haben ihn jedoch nicht getötet, und sie haben ihn nicht gekreuzigt, sondern es erschien ihnen eine ihm ähnliche Gestalt. Diejenigen, die über ihn uneins sind, sind im Zweifel über ihn. Sie besitzen kein Wissen über ihn, sondern folgen nur Vermutungen. Und sie haben ihn gewiß nicht getötet! Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben; und Allah ist mächtig und weise.}
Allah, der Erhabene, klärt im Qur’an nicht nur endgültig die Frage, ob Jesus – Friede sei auf ihm – gekreuzigt wurde, sondern beseitigt alle damit verbundenen Zweifel. Ja, der ehrwürdige Prophet Jesus wurde weder gekreuzigt noch getötet.
Judas, der einer der zwölf Jünger war, hatte Jesus – Friede sei mit ihm – verraten. Als Judas die Soldaten zu ihm führte, entstand ein Tumult. In diesem Moment erhob Allah der Erhabene Jesus zu sich und ließ den Häschern Judas in der Gestalt Jesu erscheinen. Die Soldaten verhafteten Judas und niemand glaubte ihm, als er schrie: „Ich bin nicht Jesus!“ Diejenigen, die ihn verhafteten, verhörten, und schließlich kreuzigten, fragten sich anschließend: „War das wirklich Jesus?“ und verfielen in Zweifel, da das Gesicht des Judas zwar dem Gesicht Jesu ähnelte, sein Körper jedoch nicht. Zugleich fragten sie sich: „Wenn dies Jesus war, wo ist dann Judas? Und wenn es Judas war, wo ist dann Jesus?“ So blieb bei ihnen ein starkes Gefühl von Zweifel zurück.
Was geschah mit Judas?
Nach islamischer Ansicht wurde er anstelle Jesu – Friede sei auf ihm – gekreuzigt und getötet. Und was sagt das Christentum?
Matthäus schreibt:
Das Ende des Judas
Als nun Judas, der ihn überliefert hatte, sah, dass er verurteilt wurde, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück und sagte: Ich habe gesündigt, denn ich habe schuldloses Blut überliefert. Sie aber sagten: Was geht das uns an? Sieh du zu! Und er warf die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon und ging hin und erhängte sich. (Matthäus, 27:3-5)
In der Apostelgeschichte hingegen heißt es:
Wahl des Matthias zum Apostel
Und in diesen Tagen stand Petrus in der Mitte der Brüder auf und sprach – und es war eine Menge von etwa hundertzwanzig Personen beisammen: Ihr Brüder, es musste die Schrift erfüllt werden, die der Heilige Geist durch den Mund Davids vorhergesagt hat über Judas, der denen, die Jesus festnahmen, Wegweiser geworden ist. Denn er war uns zugezählt und hatte das Los dieses Dienstes empfangen. Dieser nun hat zwar von dem Lohn der Ungerechtigkeit einen Acker erworben, ist aber kopfüber gestürzt, mitten entzwei geborsten, und alle seine Eingeweide sind ausgeschüttet worden. Und es ist allen Bewohnern von Jerusalem bekannt geworden. (Apostelgeschichte, 1:15-19)
Nach Matthäus wurde Judas von Gewissensbissen geplagt und bereute sein Tun, brachte die Silbermünzen, die er für seinen Verrat erhalten hatte zurück und erhängte sich anschließend.
Nach der Apostelgeschichte kaufte er mit den Silbermünzen einen Acker, fiel dort kopfüber hin, wobei sein Körper aufplatzte und all seine Eingeweide hervorquollen.
Hierzu nur einige elementare Bemerkungen, damit wir uns nicht falsch verstehen: Zu jener Zeit gab es keine Flugzeuge, also kann Judas nicht aus einem Flugzeug gestürzt sein. Er stürzte auf dem Acker, den er mit dem Geld gekauft hatte, das er für seinen Verrat bekommen hatte. Dabei platzte sein Körper auf, und er brach in der Mitte entzwei, so daß seine Gedärme hervorquollen. Und jeder in Jerusalem hörte davon – außer dem bedauernswerten Matthäus, der das Geschehen um den Tod des Judas völlig anders wiedergibt.
Liebe Leser!
Diese widersprüchlichen und wirren Geschichten werden in den Kirchen als Teil der Heiligen Schrift verkündet, aufgeklärte westliche Intellektuelle hören sie sich an, und Missionare sind eifrig damit beschäftigt, sie in den islamischen Ländern als ‘Heilige Schrift’ zu vermarkten.
Was geschah mit Jesus – Friede sei mit ihm?
Nach der Ansicht des Islam wurde er weder gekreuzigt, noch starb er oder wurde getötet, sondern Allah, der Erhabene, erhob ihn in lebendigem Zustand zu Sich in den Himmel.
Die Christen sind da anderer Meinung. So schreibt Matthäus:
Grablegung
Als es aber Abend geworden war, kam ein reicher Mann von Arimathäa, mit Namen Josef, der selbst auch ein Jünger Jesu war. Dieser ging hin zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, den Leib zu übergeben. Und Josef nahm den Leib und wickelte ihn in ein reines Leinentuch und legte ihn in seine neue Gruft, die er in den Felsen ausgehauen hatte; und er wälzte einen großen Stein an die Tür der Gruft und ging weg. (Matthäus, 27:57-60)
Dagegen sagt Johannes:
Grablegung
Danach aber bat Josef von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, aber ein geheimer aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, dass er den Leib Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Er kam nun und nahm den Leib Jesu ab. [...] Es war aber an dem Ort, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten und in dem Garten eine neue Gruft, in die noch nie jemand gelegt worden war. Dorthin nun legten sie Jesus, wegen des Rüsttags der Juden, weil die Gruft nahe war. (Johannes, 19:38-42)
Nach dem Bericht des Matthäus nahm ein Mann namens Joseph den Körper Jesu – auf ihm sei Friede – und brachte ihn in eine neue Gruft, die er selbst aus dem Stein gehauen hatte.
Nach Johannes wurde Jesus – Friede sei auf ihm – in einem Garten gekreuzigt. In dem Garten befand sich eine Gruft, in die noch nie jemand gelegt worden war und, da gerade der Rüsttag der Juden war, legte Joseph, der keine Gruft aus dem Fels zu hauen brauchte, den Körper Jesu in die in diesem Garten fertig vorgefundene Gruft.
Liebe Leser!
Das Göttliche Buch sollte gänzlich Allahs Wort sein und keine Hinzufügungen von Menschen enthalten – nicht einmal ein einziges Wort! Ich habe die Kapitel, die von der Grablegung Jesu handeln, Wort für Wort gelesen und überprüft, doch bedauerlicherweise habe ich kein einziges Wort finden können, das der Bezeichnung ‘Wort Gottes’ gerecht würde. Verständlicherweise macht es mich in Hinblick auf das wahre Evangelium sehr betrübt, zu sehen, wie Legenden, wie die von Joseph von Arimathäa, in den Kirchen unter dem Namen ‘Gottes Wort’ als Heilige Schrift verkündet und zur Glaubensgrundlage der heutigen Christenheit gemacht werden.
***
Die Auferstehung des Propheten Jesus nach Ansicht der Christen wird von Markus folgendermaßen beschrieben:
Die Frauen am leeren Grab
Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kommen sehr früh am ersten Wochentag zu der Gruft, als die Sonne aufgegangen war. Und sie sprachen zueinander: Wer wird uns den Stein von der Tür der Gruft wegwälzen? Und als sie aufblickten, sehen sie, dass der Stein zurückgewälzt ist; er war nämlich sehr groß. Und als sie in die Gruft eintraten, sahen sie einen jungen Mann zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem weißen Gewand, und sie entsetzten sich. Er aber spricht zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier.
(Markus, 16:1-6)
Bei Lukas findet sich folgender Bericht:
Die Frauen am leeren Grab
An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Frühe, kamen sie zu der Gruft und brachten die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten. Sie fanden aber den Stein von der Gruft weggewälzt; und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht. Und es geschah, als sie darüber in Verlegenheit waren, siehe, da standen zwei Männer in strahlendem Gewand bei ihnen. Als sie aber von Furcht erfüllt wurden und das Gesicht zur Erde neigten, sprachen sie zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten? Er ist nicht hier, sondern ist auferweckt worden. (Lukas, 24:1-6)
In diesen Abschnitten über die Auferstehung Jesu – auf ihm sei der Friede Gottes – findet sich nicht ein einziges Wort, das man guten Gewissens als ‘Wort Gottes’ bezeichnen könnte. Es handelt sich ausschließlich um widersprüchliche Geschichten oder Legenden, die beschreiben, wie die Frauen den Körper ihres Herrn Jesus suchten.
Wenn – anstelle von Maria Magdalena – eine in Europa lebende Meryem aus Konya behauptet hätte, auf dem Friedhof Männergestalten gesehen und mit ihnen gesprochen zu haben, würde man vermutlich annehmen, sie hätte sich etwas eingebildet. Und falls sie darauf bestünde, würde man ihr wahrscheinlich raten, eine Klinik aufzusuchen.
Wir wollen uns nun den anderen Teilen des Neuen Testaments zuwenden.
2. Die Apostelgeschichte
Lukas, einer der vier Verfasser des als ‘Evangelien’ bekannten ersten Teils des Neuen Testaments, ist zugleich auch der Autor der Apostelgeschichte. Während er im ersten Teil die Ereignisse zur Zeit Jesu – Friede sei auf ihm – beschreibt, handelt dieses Kapitel von den Ereignissen nach Jesus. Man könnte natürlich auf die Idee kommen zu fragen: „Was haben die Ereignisse nach Jesus in einem göttlichen Buch zu suchen, denn sie sind doch nicht Gottes Wort?“
Darüber wundere ich mich auch; doch was soll man tun, wenn es keiner hören will?!
Ich möchte aus diesem Kapitel nur einen kurzen Abschnitt als Beispiel anführen:
Weiterreise nach Rom
Nach drei Monaten aber fuhren wir ab in einem alexandrinischen Schiff mit dem Zeichen der Dioskuren, das auf der Insel überwintert hatte. Und als wir in Syrakus gelandet waren, blieben wir drei Tage. Von dort fuhren wir in einem Bogen und kamen nach Rhegion; und da nach einem Tag sich Südwind erhob, kamen wir den zweiten Tag nach Puteoli, wo wir Brüder fanden und gebeten wurden, sieben Tage bei ihnen zu bleiben; und so kamen wir nach Rom.
(Apostelgeschichte, 28:11-14)
3. Die Briefe
Dabei handelt es sich um einundzwanzig Briefe, verfaßt von Paulus, Petrus, Johannes, Joseph und Judas an Individuen oder Gemeinschaften. Um unsere Ausführungen nicht unnötig in die Länge zu ziehen verzichten wir darauf, weiter auf diese Briefe einzugehen.
4. Die Offenbarung
Es wird vermutet, daß dieses Kapitel auf Johannes zurückgeht. Es besteht ganz und gar aus Phantasien, Geschichten, Legenden und dergleichen. Lassen sie mich hier nur ein Beispiel dafür geben, in welcher Weise die Menschen das wahre Evangelium pervertiert haben.
Die Frau, ihr Kind und der Drache
Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: Eine Frau, bekleidet mit der Sonne, und der Mond war unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen. Und sie ist schwanger und schreit in Geburtswehen und in Schmerzen und soll gebären. Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: Und siehe, ein großer, feuerroter Drache, der sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Diademe hatte; und sein Schwanz zieht den dritten Teil der Sterne des Himmels fort, und er warf sie auf die Erde. Und der Drache stand vor der Frau, die im Begriff war, zu gebären... (Offenbarung, 12:1-4)
Liebe Leser!
Die Geschichte geht noch weiter, doch dieser Auszug sollte ausreichen, um sich ein Bild zu machen.
Wir wollen uns nun einigen Aussagen von moderaten Christen zum heutigen Neuen Testament zuwenden.
In seinem Buch Is the Bible the Word of God? schreibt Dr. Graham Scroggie:
„Die Heilige Schrift ist Menschenwerk, auch wenn manche dies – sei es aus mangelndem Wissen oder aus Übereifer – bestreiten. Die Heilige Schrift entstammt menschlichem Denken, sie ist von Menschen in der Sprache der Menschen geschrieben worden und ist als solche Träger eindeutig menschlicher Eigenschaften.“
Der englische Erzbischof Kenneth Cragg sagte:
„Das Neue Testament der Heiligen Schrift ist nicht ‘Gottes Wort’. Es handelt sich um von Menschen erzählte Geschichten und Augenzeugenberichte. Die ganz und gar von Menschen stammenden Worte dieser Kapitel wurden den Leuten jedoch von Seiten der Kirche als Gottes Wort dargestellt.“
Dies sind im einzelnen die folgenden Briefe: Römer, 1.Korinther, 2.Korinther, Galater, Epheser, Philipper, Kolosser, 1.Thessalonicher, 2.Thessalonicher, 1.Thimotheus, 2.Thimotheus, Titus, Philemon, Hebräer, Jakobus, 1.Petrus, 2.Petrus, 1.Johannes, 2.Johannes, 3.Johannes, Judas
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