DIE WAHRE RELIGION UND DAS GÖTTLICHE BUCH
VORWORT
 

Endloser Lobpreis gebührt Allah, dem Herrn der Welten, und Segen und Friede seien auf Seinem ehrwürdigen Propheten Muhammad, der ununterbrochen mit den Wor­ten „Ya ummati! Ya ummati!“ für seine Gemeinde bittet, so­wie auf dessen ehrenwerten Gefährten.

Verehrte Leser!
Der ehrwürdige Prophet Muhammad – Segen und Friede seien auf ihm –, der wahrhafteste Vertreter der Menschen-rechte, der jede Art von Diskriminierung aufgrund von Abstammung, Hautfarbe oder Sprache abgeschafft hat, verkündete in seiner Abschiedspredigt:

„O ihr Menschen! Euer Herr ist Einer, und ihr habt ein und denselben Vater, denn ihr seid allesamt Kin­der Adams. Adam jedoch wurde aus Lehm erschaf­fen. Wahrlich, der Beste von euch ist der, der am meisten Gottesfurcht [taqwa] besitzt!“

In diesem Teil seiner Abschiedspredigt spricht unser ge­liebter Prophet – Segen und Friede seien auf ihm – mit den Worten „O ihr Menschen!“ die gesamte Menschheit an – unabhängig von ihrer Abstammung, Sprache oder Glau­bensüberzeugung; und er zählt vier Bedingungen auf, die allen Menschen ein Leben in Zufriedenheit und Har­monie, ohne Streit oder Kriege, ermöglichen:

 

 

1. Euer Herr ist Einer.
Unabhängig von Abstammung, Hautfarbe oder Sprache ist unser aller Herr Allah und wir sind allesamt Seine Diener.
Er ist derjenige, der die materielle Welt und alles, was jen­seits von ihr existiert, erschaffen und das Gleichgewicht des Universums bestimmt hat, indem Er der Erde, dem Mond, der Sonne, den Sternen und den Galaxien ihre Um­laufbahn verlieh. Es gibt keinen Herrn außer Ihm.
Dies anzuerkennen, gebietet uns sowohl unsere na­türliche Veranlagung [fitra], als auch der gesunde Men­schenverstand.
Sich neben oder anstelle von Allah andere Dinge, wie Menschen, Steine oder Götzenbilder zu Herren zu neh­men, widerspricht unserer natürlichen Veranlagung sowie dem gesunden Menschenverstand, und führt innerhalb der Gesellschaft unweigerlich zu Unruhe, Spaltungen und Spannungen.

2. Ihr habt ein und denselben Vater, denn ihr seid alle Kinder Adams.
Unabhängig von Abstammung, Hautfarbe, Sprache oder Genen ist unser aller Vater der ehrwürdige Adam, und wir sind allesamt Kinder Adams – auf ihm sei der Friede.
Da alle Menschen von Adam abstammen und seine Kinder und Enkelkinder sind, sind sie alle miteinander verwandte Brüder und Schwestern, so daß – unbesehen aller Unterschiede der Abstammung, Hautfarbe, Sprache und selbst der Glaubensüberzeugung – alle Spannungen und Streitigkeiten unbegründet sind.

3. Adam jedoch wurde aus Lehm erschaffen.
Da unser Vater, der ehrwürdige Adam – auf ihm sei der Friede – aus den Materialien (Elementen) der Erde er­schaffen wurde, bestehen wir alle ursprünglich aus Erde.
Die Erde unter unseren Füßen, die widerspruchslos hin­nimmt, daß wir auf ihr herumtrampeln – als solche ein Sym­bol der Bereitwilligkeit und Demut – ist die wahre Na­tur des Menschen.
Deshalb widersprechen Verhaltensweisen wie Ange­be­rei, Hoch­mut, Herabsehen auf andere oder sich über sie lä­cherlich machen dem Wesen der Erde und damit auch der wahren Natur des Menschen. In der Gesellschaft fin­den solche Verhaltensweisen keinen Anklang. Darüber soll­ten wir alle einmal ernsthaft nach­denken!
Der Mensch ist kein unabhängiges Wesen, denn we­der wurde unser Eintritt aus dem Nicht-Sein in diese Welt von unserer eigenen Willensentscheidung bestimmt, noch unterliegen unsere Lebensspanne in dieser Welt, die Zeit, der Ort oder die Art und Weise unseres Ablebens unserem eigenen Willen.
Da wir selbst weder über die Elemente bestimmen, aus denen unser physischer Körper besteht, noch die äuße­ren Rahmenbedingungen unserer Geburt, wie das Zeit­al­ter, das Land oder die Rasse festlegen, stellt sich die Fra­ge: worin besteht der grundlegende Unterschied zwi­schen einem dunkelhäutiges Kind aus Afrika und einem hellhäu­tigen aus Europa?

4. Wahrlich, der Beste von euch ist der, der am meisten Gottesfurcht besitzt!
Der Wert eines Menschen hängt aus der Sicht Allahs also nicht davon ab, ob ein Mensch aus Asien, Afrika, Europa oder Amerika stammt, oder ob seine Hautfarbe schwarz, weiß, rot oder gelb ist, sondern davon, wie groß seine Got­tesfurcht [taqwa] ist.

 

Was ist Gottesfurcht [taqwa]?
Das arabische Wort Taqwa wird abgeleitet von der Wurzel taqa, die ‘behüten’, ‘in acht nehmen’; ‘sichern’, ‘beschir­men’ und ‘bewahren’ bedeutet. Diejenigen, die sich aus Furcht vor Allah gewissenhaft von Sünden fernhalten so­wie sorgfältig ihre Gottesdienste verrichten, werden als ‘Besitzer von Taqwa’ oder ‘Muttaqin’ bezeichnet.
Sie sind es, die bei Allah die höchste Wertschätzung genießen und um derentwillen Er das Paradies erschaffen hat. Allah, der Allerhabene, schaut bei den Menschen nicht auf ihre Abstammung, das Herkunftsland, die Spra­che, die sie sprechen, oder die Farbe ihrer Haare, Augen oder Haut, sondern einzig und allein auf die Gottesfurcht in ihren Herzen.
Unser Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – deutete drei Mal auf sein Herz, während er sag­te: „Die Gottesfurcht ist hier! Die Gottesfurcht ist hier! Die Gottesfurcht ist hier!“ und betonte damit ausdrücklich, daß der Sitz der Gottesfurcht das Herz ist.
Der Besitz von Gottesfurcht ist ein Licht [nur], und ihr Sitz ist das Herz. Wer sich von Sünden fernhält und seine Gebete zur vorgeschriebenen Zeit verrichtet, bei dem vermehrt sich dieses Licht der Gottesfurcht, und er findet innerlich Ruhe und Frieden.
Im entgegengesetzten Fall wird das Licht der Gottes­furcht immer schwächer und das Herz fängt an, schwarz zu werden. Wenn das Herz eines Menschen schwarz wird, kommen negative Empfindungen wie Stress, Beklommen­heit des Herzens und Depressionen über ihn.
Begriffe wie ‘Sünde’ und ‘Gottesdienst’ werden in verschiedenen Zeitaltern, Ländern und Gegenden, entspre­chend den jeweiligen Gebräuchen, Sitten und Gewohnhei­ten, selbst von Person zu Person, unterschiedlich bewer­tet. Allerdings ist dies keinesfalls im Interesse der Men­schen, sondern fügt ihnen vielmehr Schaden zu. Äußerst wichtig ist es, die gottesdienstlichen Handlungen, die in Allahs wahrer Religion und in dem ihr zugrunde lie­genden ‘Gött­lichen Buch’ vorgeschrieben sind, unbedingt ein­zuhalten und die darin verbotenen Sünden zu un­ter­lassen.

Verehrte Leser!
Zu jeder Zeit hat es neben der wahren Religion andere Re­ligionen gegeben; und so ist dies auch in unserer Zeit der Fall. Mein Anliegen ist es, Ihnen, verehrte Leser, in die­sem Buch, entsprechend meinen bescheidenen Fähig­kei­ten, Allahs wahre Religion und das ihr zugrunde liegende Göttliche Buch in einer Weise nahe zu bringen, dar­zu­stellen und zu erklären, die zum Seelenfrieden in dieser Welt und zum Paradies sowie der Gegenwart der ewigen Schönheit Allahs des Allmächtigen im Jenseits führt.

Die Rechtleitung ist von Allah, während uns das Bemühen obliegt – und in der Tat obliegt es uns allen!


„O meine Gemeinde!“